Phnom Penh

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Phnom Penh reloaded

Je länger ich in Phnom Penh bin, desto besser gefällt mir die Stadt, um nicht zu sagen: Sie wächst mir richtiggehend ans Herz.

 

 

Das mag auch daran liegen, dass ich mich hier mittlerweile halbwegs auskenne, weiß, wo die richtigen Bankomaten stehen (die, die keine Gebühren berechnen) und wo man gut und gefahrlos essen kann. Oder so gefahrlos, wie es in Kambodscha halt möglich ist *muahahah*  : p

 

Die Qual der Wahl

 

Es gibt hier von Museen und Tempeln über Kinos und Bars einfach alles, was ich von einer Stadt will und ich freu mich jetzt schon auf meinen dritten und vorerst letzten Aufenthalt hier, bevor es dann nach Vietnam geht.

 

Das Friends hab ich ja schon vorgestellt, sehr nett und ebenfalls mit einem humanitären Hintergrund ist das Sugar n’ Spice von den Daughters of Cambodia. Der Service ist etwas langsam, aber man kann dort wunderbar bei einer Tasse Kaffee und einem Brownie versumpern und im Erdgeschoß findet sich neben einem Shop auch ein kleiner Spabereich, der ganz fantastisch sein soll – so die Berichte von Mitreisenden, denen Wassermelonen auf die Zehennägel gezaubert wurden.

 

 

Ich war kurz versucht, aber leider hab ich hier schon festgestellt, dass Nagellack und Deet eine denkbar blöde Mischung ist. Überhaupt leidet meine Nagellackmanie etwas, weil hier überall spannende Lacke herumstehen, die ich nicht verwenden kann (Deet) und die ich nicht mitschleppen will. Und zuhause kommen jetzt überall spannende Sachen hinaus T_T

Aber ich komm vom Thema ab, welches war:

Phnom Penh ist super.

Wenn es euch hierher verschlägt, dann bleibt ein paar Tage länger und gebt euch die Möglichkeit, die Stadt jenseits von S-21 und den Killing Fields zu entdecken. Entspannt euch im Sugar n’ Spice, genießt ein Essen bei den Friends (oder dem Laughing Fatman, dem Chat n’ Chew, dem …) und verfallt auf dem Russian Market in einen Kaufrausch.

Und wer jetzt noch nicht völlig überzeugt ist, hier das schlagende Argument:

Warmer Kürbis-Brownie mit Walnüssen und Honig – göttlich!

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Shoppen war der erste Streich…

Ich hab den letzten Tag in Siem Reap klassisch mit einer Sonnenuntergangstour der letzten Tempel ausklingen lassen.

 

 

Siem Reap war nicht nur wunderschön (bzw. die Tempel waren es 😉 ) und voll guter Restaurants/Bars, ich hatte auch viele nette und lustige Begegnungen, sei es mit Touristen oder Einheimischen. Mit einem Kartenkontrolleur (man muss bei jedem Tempel sein Ticket vorweisen) hab ich auf seinen Wunsch hin Deutsch geübt und ein kleiner Bub hat mir, nachdem er mich gefragt hat, woher ich bin, eine 1-Euro Münze präsentiert, die ihm irgendein Scherzkeks gegeben hat. Die wollte er gewechselt haben, also haben wir Euro gegen USD und Riel getauscht.

 

Back in PP

 

Meine Mission zurück in Phnom Penh (neben essen, Leute treffen und Kaffee trinken): die Einkäufe nach Österreich schicken. In Thailand und Laos hab ich das alles über die örtliche Post erledigt, ohne Probleme. Die Post in Kambodscha hat aber leider den Ruf, dass Pakete nur dann ankommen, wenn der Inhalt für die Mitarbeiter uninteressant ist. Ich hab keine Ahnung, ob die Leute dort dringend Tücher brauchen, aber nachdem mir selbst die Einheimischen in meinem Hotel davon abgeraten haben, die Post zu verwenden, hab ich mich nach einer Alternative umgeschaut.

 

Wat Phnom – ich hab hier nicht nur geshoppt.

 

TNT, von den Expats hochgelobt, haben leider ihr Büro geschlossen, weil sie – laut Internet – keine Lust mehr hatten, die Schmiergelder zu bezahlen. Dafür kann man ihnen nicht wirklich böse sein, also hab ich DHL aufgesucht. Die Dame dort hat mir mit einem strahlenden Lächeln die Preise verraten: 3 kg = 200 USD, 5 kg = um die 450 USD. Dafür packen sie mir alles umsonst ein, sogar der Karton ist gratis!

Ich bin leicht blass wieder in die Hitze hinausgewankt und hab mich schon meinen vollgestopften Rucksack (was soll ich sagen, ich geb dem russischen Markt die Schuld) durch halb Kambodscha bis nach Vietnam zerren sehen, wo die Post angeblich verläßlich und finanzierbar ist.

Die UPS-Zweigstelle hier wird im Internet ähnlich verrissen wie die offizielle Post, also bin ich zu meiner letzten Hoffnung gefahren: EMS. Und mein Tuktuk-Fahrer hat mich vor der offiziellen Post hinausgeworfen.

 

Dum dum dum duuuuu…

 

Ich hab kurz überlegt, ob ich die Krise bekommen soll, als er mir sehr geduldig erklärt hat, dass EMS im gleichen Gebäude ist. Und so war es dann auch. Die Preise waren um einiges humaner als bei DHL (Die spinnen ja wirklich komplett) und ich hab mir eingeredet, dass das gleiche Gebäude nicht unbedingt gleiche Methoden bedeutet. Der übliche Papierkram wurde erledigt, der Knabe dort hat die Sachen in einen zu kleinen Karton geworfen, einen zweiten Karton als Deckel darübergestülpt und das Ganze dann in eine Klebeband-Mumie verwandelt – Gott, ich hoff, das hält! >.< Oh bitte, bitte, mach das es hält!

Ihr dürft jetzt alle Wetten abschließen, wann das Paket ankommt, in welchem Zustand… und ob. *bet*

My favourite: Friends, Phnom Penh, Kambodscha

In Phnom Penh gibt es reichlich Auswahl an guten Restaurants, Bars und Cafés, aber mein Favourite war das friends. Das friends ist ein Restaurant und Trainigszentrum, das Straßenkindern eine Ausbildung im Bereich Gastronomie und damit eine Zukunft ermöglicht.

Das Essen ist deutlich teurer als in den “normalen” Restaurants, dafür aber absolut fantastisch und letztendlich dient alles einem guten Zweck. Man kann gemütlich draußen im Garten oder aber drinnen sitzen. Die Stühle sind so bequem und die Bedienung, Lehrer wie Schüler, sind so freundlich und bemüht, dass ich gerne noch einen Kaffee dort getrunken hab. Der Kuchen, der an mir vorbeigetragen wurde, hat absolut köstlich ausgesehen, aber leider war ich zu satt (Nudeln mit Cashew-Pesto: göttlich. Auf’s Foto hab ich irgendwie vergessen ^^” Ja, ja, die Gier…).

Ein paar Meter weiter befindet sich auch der Shop der friends, wo selbsgemachte Sachen verkauft werden. Ein Großteil besteht aus Taschen und Schmuck aus recyceltem Material (dafür hab ich sowieso eine Schwäche) und man weiß zumindest ein bißchen genauer, wo das Geld dafür landet.

Da es hier nicht so leicht ist, zwischen einer guten Sache und einer, nun, weniger guten Sache zu unterscheiden – die Waisenhäuser um Siem Reap sind mittlerweile Touristenattraktionen, in denen nur 28 % der Kinder tatsächlich beide Elternteile verloren haben – habe ich die Gelegenheit wahrgenommen und mich im Shop ausgetobt.

Fazit: Geht hin und gebt ordentlich Geld aus. Oder esst zumindest das Stück Kuchen für mich, das mir durch die Lappen gegangen ist.

Tuol Sleng und die Killing Fields

Meinem Kulturschock ist nach 1 1/2 Tagen langweilig geworden, vermutlich, weil ich gandenlos mein Programm durchgezogen hab, anstatt wie in Indien im Eck zu kauern und mich hin-und herzuwiegen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob er sich endgültig verabschiedet oder sich nur in meinem Rucksack zusammengerollt hat, um mir spätestens in Vietnam wieder auf die Schulter zu klopfen. Ich schätz, ich werd noch draufkommen…

In Phnom Penh präsentiert sich neben einem regen Nachtleben und bunten Märkten auch der dunkle Teil der Geschichte Kambodschas: Die Herrschaft der Khmer Rouge unter Pol Pot. Die Vietnamesen haben das berüchtigte Foltergefängnis S 21 (Tuol Sleng) relativ unberührt gelassen (auf manchen Böden in den Zellen sind noch Blutspuren), um ihren Einmarsch zu rechtfertigen.

Die Besichtigung von S 21 und den Killing Fields in Choeung Ek ist meiner Meinung nach ein Muss. Für die Kambodscha-Besucher: Ich würde (und habe) S 21 vor den Killing Fields besuchen. Man kann beides an einem Tag machen, ich hab es auf zwei Tage aufgeteilt.

Ich mag gar nicht viel darüber schreiben, beide Orte muss man meiner Meinung nach selbst erleben. S 21 ist so düster, wie man es sich vorstellt und die Killing Fields sind eine makabere Mischung aus idyllischer Landschaft und Knochensplittern und Kleidungsfetzen, die der Regen dort nach wie vor aus der Erde wäscht.

S 21, der Stacheldraht sollte Selbstmorde verhindern.

S 21, Verhöre

Killing Fields: In der Stupa befinden sich die Knochen der Opfer. Nicht alle Massengräber konnten ausgehoben werden, einige sind überflutet, andere in verminten Gebieten, bei vielen ist der genaue Standort verloren gegangen. Die Zahl der Opfer wird auf 2 – 3 Millionen geschätzt.

Killing Fields: An den Massengräbern werden Armbänder und Blumen zurückgelassen.

Kulturschock, na endlich

Die Zeit auf Don Det steht gefährlich still und ich hab mich schließlich dazu gezwungen, mich von meiner Hängematte loszueisen und die Reise über die Grenze nach Kratie, Kambodscha anzutreten, bevor ich hier eine Bar aufmache.

Über Kratie werd ich nicht viel Worte verlieren, ich hab dort hauptsächlich übernachtet, weil ich nicht den ganzen Tag im Bus sitzen wollte. Nachdem wir statt um 3 erst um 6 angekommen sind, hat sich das irgendwie erledigt gehabt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der Bus, der direkt nach Phnom Penh gefahren ist, nicht um 7 dort eingetroffen ist. 😉

Generell war die Grenzüberquerung problemlos, aber elend langsam – ich bin den Empfehlungen gefolgt und hab das per gebuchter Tour erledigt und empfehl das auch weiter, aber Leute, nehmt euch ein Buch mit. Man sitzt und wartet; vor der Grenze, nach der Grenze, mit Pass, ohne Pass…. bis eben alle ein Visum haben, der Bus da ist, der andere Bus da ist… Nun, ihr könnt es euch sicher ungefähr vorstellen.

Kratie ist unspektakulär, wer mag kann sich nach Kampi chauffieren lassen und dort Flussdelfine bewundern. Ich war versucht, aber nachdem ich gelesen hab, dass man ein Boot nehmen muss, weil dort eine Mauer errichtet wurde, damit man die Delfine nicht vom Land aus sieht, hatte ich irgendwie keine Lust mehr auf das Unternehmen. Das Boot hat mich nicht gestört, aber die Mauer, da bin ich halt eigen : p

Hätt ich gewusst, dass mich in Phnom Penh der lang erwartete Kulturschock gnadenlos einholt, hätt ich’s mir vielleicht noch einmal überlegt. 😉

Phnom Penh ist Chaos, ein wildes Durcheinander aus Motorrädern, Bettlern, Tuk-Tuks, Dreck, Bars und Märkten. In etwa so, wie ich mir Bangkok ausgemalt hab und wie keine Stadt in Laos war. Wie der Old Market in Neu-Delhi. Schwer zu beschreiben, und Gerüche kann man sowieso nur schwer in Worte fassen (und sollte man in dem Falla uch nicht unbedingt). Auf jeden Fall bin ich nach einer Woche Seele baumeln lassen und Wasserbüffel beobachten dort ausgespuckt worden und wär nach ein paar Stunden dort ganz gerne wieder in meine Hängematte zurückgekrochen. Die ist nur leider in Laos und das ist eine elendige Busfahrt weit weg.

Mein Block, fesch im absoluten Zentrum.

Aber dafür, dass ich den Ausgang meines Hotels mit einer Mischung aus Misstrauen und Widerwillen beäuge, war ich hier schon ganz schön unterwegs: das National Museum ist einen Besuch wert, der Central Market ist lustig zum Durchschauen, aber zu touristisch zum Verhandeln.

National Museum

Sehr ans Herz legen kann ich den Russian Market, ein spannendes Chaos aus allem und man kann sich hier tatsächlich in Ruhe auf einen Preis einigen.

Russian Market

Ich bin hier einfach hin- und hergerissen: Auf der einen Seite ist Phnom Penh eine wirklich coole Stadt, auf der anderen Seite  uaahahhhaaaaa, hallo Kulturschock, ich hab dich nicht sonderlich vermisst.

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