Thailand

Hätt’ ma das auch überlebt

Eine kleine Vorwarnung: Das ist eine längere Geschichte, also holt euch vielleicht einen Kaffee – oder scrollt einfach bis zum Ende😉

Irgendwann in grauer Vorzeit haben die Tourismusbüros in Chiang Mai beschlossen, dass alle Touristen das Gleiche wollen, nämlich: Elefanten reiten, Leute schauen, Wildwasserfahren und in Wasserfällen baden. Eine Tour zu finden, in der man einfach nur wandert? Nix da, das oben genannte ist fixes Programm und wird gnadenlos abgespult.

Die Alternative: ein/en Motorrad/Scooter mieten und die Gegend selbst erkunden. Ich bin noch nicht so weit, mir tatsächlich einen Scooter zu mieten (alle, die mich kennen dürfen jetzt erleichtert aufatmen, die Thailänder tun’s ganz sicher : p) und weil ich endlich ein bißchen Natur sehen wollte, hab ich mich bei einer Treckingtour angemeldet.

Wir (ich und eine Freundin aus dem Hostel) wurden in der Früh aufgeklaubt und erst einmal zu einer Orchideen- und Schmetterlingszucht gebracht. Interessant, aber nicht sehr spannend. In der Schmetterlingszucht war ein einziger Schmetterling zu sehen, der sich standhaft weigerte, seine Flügel zu öffnen. Vermutlich wollte er zuerst zum Abendessen eingeladen werden : P

Hübsche Blumen.

 

 

Dann ging es endlich raus aus Chiang Mai und zum nächsten planmäßigen Stop: zu dem Dorf der Karen, besser bekannt als long neck people. Wer wollte, konnte also Leute schauen gehen. Ich werd mich jetzt nicht über die Vor-und Nachteile von dieser Art von Tourismus auslassen, ich bin nicht gegangen, sondern hab in dem kleinen “Restaurant” vor dem Dorf einen Tee getrunken.

 

 

Da hätt ich länger sitzen bleiben können…

 

 

Bei der Gelegenheit haben wir dann auch die anderen der Gruppe besser kennen lernen können, Highlight der Gruppe war ein Paar aus England und ein Ehepaar aus Polen. Das polnische Paar nützt die Pension um die Welt zu sehen (er 70, sie 60) und die beiden hatten ein super Reisegeschichten auf Lager (Indien, Karibik, weißderKuckuck – die waren echt überall) und waren auch sonst einfach göttlich.

Er (etwas zweifelnd, ging um die Fahrt nach Sukhothai): Aber sechs Stunden in einem Bus? Sollen wir uns nicht ein Motorrad mieten?

Sie (trocken): Dann dauert’s 20 Stunden.

Nach dem netten Teestopp ging es dann wieder in den Wagen und weiter Richtung Elefanten. Dort angekommen hab ich leider festgestellt, dass es genau so war, wie befürchtet. (In dem Prospekt der Tour trugen die Elefanten keine Sättel, deswegen hab ich mir eingeredet, dass es vielleicht etwas “besser” ist.) Während wir auf unsere Elefanten gewartet haben, gab es erst einmal Essen und man konnte natürlich auch Bananen und Co für die Tiere kaufen.

 

 

Sättel -.-

Lass mich bloß in Ruhe

 

 

Nach dem Essen wurden wir dann in Paaren auf die Elefanten geladen und los ging’s. Mit dabei war auch ein Babyelefant und der war echt entzückend. Ich bin am Muttertier gesessen und die Interaktion zwischen den beiden war spannend (auch wenn ich Dumbo-Flashbacks hatte), die Mutter hat immer wieder Grünzeig abgerissen und dem Kind gegeben – so frei nach: genug mit dem Bananenkram, iss was G’sundes. Die Elefanten haben auf mich zumindest gesund gewirkt und hatten keine offenen Wunden, was man bei anderen Touren wohl oft sieht, und wurden auch nicht geschlagen (während wir da waren), aber artgerecht ist natürlich ein anderes Thema.

 

 

Fotos vom Elefantenrücken sind eine gewisse Herausforderung.

 

 

Wir wurden ca. eine halbe Stunde durch den Wald geschaukelt und dann ging es endlich ans Wandern.

 

 

Brücken werden überbewertet.

Was auf dem Baum wuchert, sind Orchideen.

 

 

Nach etwa einer Stunde waren wir bei dem angepriesenen Wasserfall. Wir, und vier andere Gruppen. Die haben sich dann aber tatsächlich schnell wieder auf den Weg gemacht und wir waren alleine dort, was recht idyllisch war. Wer wollte, konnte dort baden. Ihr dürft raten, ob ich im Wasser war.😉

 

 

 

 

Dann ging es zurück, wieder ind Auto und zum nächsten und letzten Programmpunkt: Eine Stunde Wildwasserfahren und dann noch 15 Minuten auf dem Bambusfloß. Wir wurden beim Fluss ausgeladen, Schuhe und Rucksäcke verschwanden im Auto und dann sahen wir unser Transportmittel verschwinden. Zwischenzeitlich hatte es ziemlich zugezogen und der Bootsmensch ist nicht und nicht dahergekommen. Wir waren nicht sonderlich böse,mittlerweile hat der dunkle Himmel nämlich Ernst gemacht. So ein tropischer Wolkenbruch mehr oder weniger mitten im Nichts hat schon was – wir waren froh um unser Wellblechdach. Nach 1 1/2 Stunden Wartezeit ist dann auch tatsächlich unser Boot gekommen und wir kamen nach einer kurzen Kommandoeinschulung unter wieder halbwegs klarem Himmel auf den Fluss.

Ganz generell: Das Wildwasserfahren dort ist ziemlich touristensicher, es gibt ein paar “wildere” Stellen, aber im Großen und Ganzen ist es ziemlich zahm. Es hat auch erstaunlich viel Spaß gemacht – bis es wieder zu schütten angefangen hat. Dieses Mal inklusive Gewitter. Das Gewitter hat unseren “Bootsführer” relativ kalt gelassen – uns weniger und ich war wirklich froh, wie ich die Gruppe vor uns aufs Land klettern gesehen hab. Wir sind dort auch aus dem Boot gesprungen und haben geschaut, dass wir vom Wasser weg kommen – die Blitze waren mittlerweile echt beeindruckend.

Unser Bootsmensch hat das anderes gesehen, denn es ging eiskalt auf das idyllische Bambusfloß: von unserem Auto war weit und breit nichts zu sehen, der einzige Weg zurück war entweder durch den Dschungel oder über den Fluß. Wir haben uns also alle bekreuzigt und sind auf das romantische Floß geklettert, das eine gute Handbreit unter dem Wasser dahingeschwommen ist. Langsam. Ich glaub, die fünfzehn Gewitterminuten, die ich im Wasser kniend den Fluß hinuntergeschippert wurde, waren mitunter die längsten auf der Reise – ich hab mir die Zeit damit vertrieben, die rasch kürzer werdenden Abstände zwischen Blitz und Donner zu zählen.

Kaum aus dem Wasser draußen, war das Gewitter dann auch da. Umgeben von Kindern, Hunden, Lagerfeuerrauch und schriller Musik sind wir in trockene Kleidung gestiegen und ins Auto gefallen, dass uns nach Chiang Mai zurückgebracht hat. Der Pole hat den Wunsch nach Whiskey kundgetan, ich hätt’ auch gern einen gehabt.

 

 

Ich war in meinem Leben noch nie so nass – oder so froh, an Land zu sein.

 

 

Nach einer Stunde Fahrt haben wir dann festgestellt, dass das Unwetter die Straßen in Chiang Mai zum Teil überschwemmt und die halbe Stadt keinen Strom hatte. Im romantischen Kerzenlicht unseres Hostels haben wir dann die ersehnte Dusche erst einmal abgeschrieben (kein heißes Wasser) und sind mit ein paar anderen in der dunklen Stadt auf Essensjagd gegangen.

Ich erspar euch die Einzelheiten, aber wir haben tatsächlich einen einsamen Essensstand gefunden, der auf hatte und in der Finsternis gekocht hat und der Strom kam dann auch wieder – auch wenn unser Begeisterungsschrei ein paar schräge Blicke von den umstehenden Thailändern geernetet hat. Aber die haben sich sicher nicht so auf eine heiße Dusche gefreut, wie ich.

About enjirux

I'm a twenty-something female who moved from Austria to Scotland in 2009. Formally addicted to coffee, the UK has turned me into a bit of a tea snob and made me discover lots of wonderful things, e.g. pies. While I love to do a lot of things like writing, taking pictures, baking, traveling and spending days lazing about, my current pay checks says language teacher and will continue to say so until 2013 where there will be no pay check but dust and snakes as I'll venture into Asia. But that's still quite some time away and meanwhile I'll share my thoughts and worries and pictures of pies and short trips with you while gleefully butchering the English language.

Discussion

4 thoughts on “Hätt’ ma das auch überlebt

  1. Hey gorgeous!
    Sounds like you are having fun, excitement and great foods🙂
    Beneide dich sehr! Die Urwaldfotos sind total schön, besonders dass vom kleinen Elefanten. Hoffentlich behandeln die Trainer sie einigermaßen gut. Erkälte dich im Thai- Regen nicht!

    Cheers!
    R

    Posted by mywayofjazz | Saturday, 2. February 2013, 21:07
  2. Hi,
    meine Güte, ist der süß! Ich will auch so einen Dumbo – bring mir einen mit! Den stellen wir als Haustier dann auf den Balkon. Hm… wir haben keinen Balkon. Egal – ich will ihn!
    Bussi und halte Dich warm,
    Susanne
    P.S.: Auch süß und frisch geboren: Friedrich ist da, der Sohn von Bettina.

    Posted by susanne | Sunday, 3. February 2013, 20:56

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